5 Erfolgsfaktoren

Werte verankern

1. Ein klar strukturierter Prozess

Es sollte zunächst eine Bestandsaufnahme von Unternehmenssituation und Unternehmenszielen geben. Auf dieser Basis sind dann die Anforderungen und Erwartungen an den Werteprozess zu klären. Vor der Festlegung von Werten ist es zudem sinnvoll, in strukturierten Einzelgesprächen mit dem Management über Herausforderungen des Unternehmens sowie über Ist- und Soll-Werte zu sprechen. So können mögliche Unstimmigkeiten früh erkannt werden. Nach der Verabschiedung von Werten muss die interne Vermittlung im Mittelpunkt stehen. Besonders wichtig ist es, dass die Werte in geeigneter Weise visualisiert werden und dass es Feedback-Angebote für die Mitarbeiter gibt. Das können zum Beispiel Dialog-Maps oder Führungskräfte-Events sein.

2. Aktive Teilnahme und Sichtbarkeit des Top-Managements

Es gilt der Grundsatz: Werte werden durch Menschen vermittelt, nicht durch Broschüren oder Plakate. Und hier steht das Top-Management unter besonderer Beobachtung der Mitarbeiter. Schon kleine Verfehlungen oder Vermeidungen im Verhalten können die Glaubwürdigkeit von Werten beschädigen – deshalb ist hier besondere Sensibilität angebracht. Wenn Offenheit und Dialogbereitschaft als Werte gesetzt sind, muss sich auch ein Vorstand der internen Kritik stellen.

3. Commitment der zweiten Führungsebene

Wenn direkte Vorgesetzte die Werte ihres Unternehmens nicht vorleben und sich nicht sichtbar dafür einsetzen, bleiben sie für Mitarbeiter ohne Bedeutung. Mehr noch: Es wird Schaden angerichtet, weil das Verhalten den Werten offen widerspricht.

4. Nachhaltige Verankerung

Man muss sich klar machen: Werte im Alltag umzusetzen, ist eine dauerhafte Aufgabe. Es braucht Jahre, bis Werte so stark verankert sind, dass sie das Handeln der Mitarbeiter bestimmen. Werte müssen lebendig sein und stetig im Bewusstsein gehalten werden. Es geht daher darum, immer wieder neue Anlässe für die Wertekommunikation zu finden, die Werte an Beispielen zu verdeutlichen und Belege für ihre Gültigkeit im Unternehmen zu finden.

5. Konkretisierung im Alltag

Um eine starke Wertekultur herbeizuführen, ist eine breite Beteiligung der Mitarbeiter notwendig. Denn Werte sind nur in das Alltagshandeln zu überführen, wenn es Angebote und Raum zur Auseinandersetzung mit ihnen gibt. Werte fangen dann zu leben an, wenn sie konkret werden. Und konkret können sie erst werden, wenn sie auf den Bereich und die Aufgaben des jeweiligen Mitarbeiters bezogen sind. Das erfordert von den Führungskräften viel Dialogbereitschaft, und ja, auch Geduld und Einfühlungsvermögen.